10 Jahre Erich-Bracher-Schule - ein ständiger Wandel

 

Als wir in unserem Schulleitungsteam dieses Schuljahr geplant haben, war ich sehr überrascht festzustellen, dass die Erich-Bracher-Schule bereits ihr 10-jähriges Bestehen feiert. Für mich ist diese Zeit sehr schnell vergangen und manchen von Ihnen, die jetzt diese Jubiläumszeitung in den Händen halten, geht es ähnlich. Für mich ist es Grund genug festzuhalten, wie sich die Erich-Bracher-Schule in diesen 10 Jahren weiterentwickelt hat.

 

Eine berufliche Schule ist eine Schule mit einer kurzen Verweildauer für die Schülerinnen und Schüler. Die Regelausbildung in der Vollzeitschule beträgt zwei Jahre und in der Berufsschule dauert die kaufmännische Ausbildung höchstens drei Jahre. Von den zur Zeit 1750 Jugendlichen, die Schülerinnen und Schüler der Erich-Bracher-Schule sind, verlassen Jahr für Jahr mehr als ein Drittel die Schule und mehr als 600 neue Schülerinnen und Schüler finden jedes Jahr den Weg nach Pattonville. Dieser ständige Wechsel bringt jedes Jahr viel Neues an unsere Schule: junge Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, anderen Vorstellungen, neuen Erwartungen und Wünschen. Allein schon deshalb wird die Erich-Bracher-Schule immer eine junge Schule bleiben. Wer sich in den Pausen in den Gängen und in den Pausenbereichen umschaut, wird dies bestätigen können.

 

Im allerersten Schuljahr der Erich-Bracher-Schule waren 1550 Mädchen und Jungen in den verschiedenen Schularten wie das Berufskolleg, der Berufsfachschule für Büro und Handel und der Berufsschule. Diese wurden von 61 Lehrern unterrichtet, heute sind es 75.

 

Nicht nur die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer hat sich in den letzten 10 Jahren verändert, auch die Zusammensetzung. Aus dem Gründungsjahr sind nur noch 32 Kolleginnen und Kollegen dabei, 43 sind in dieser Zeit neu an die Erich-Bracher-Schule gekommen und unterrichten neben den herkömmlichen Fächern jetzt auch nach Lernfeldern.

 

Auch bei den Schularten hat sich ein Wandel vollzogen. Um ein breites Bildungsangebot den Jugendlichen nach der Realschule anbieten zu können, wurde das kaufmännische Berufskolleg 1 und 2 um das Berufskolleg Wirtschaftsinformatik und Berufskolleg Fremdsprachen erweitert. Im Berufskolleg Fremdsprachen wurde zunächst nur Französisch als zweite Fremdsprache angeboten. Seit ein paar Jahren erfreut sich Spanisch immer größerer Beliebtheit. Im kaufmännischen Berufskolleg 1 und 2 können die Schülerinnen und Schüler in unseren Übungsfirmen Salamander Miles, All 4 Business und New Dimension Erfahrungen im Umgang mit Kunden und der Abwicklung von Geschäftsprozessen oder in der Personalabteilung der Übungsfirmen sammeln. Die Hilfe der Patenfirmen Salamander AG, Filterwerk Mann und Hummel GmbH und Cooperate Express wird dabei dankend angenommen.

 

Aber auch die kaufmännische Berufsschule unterlag in den letzten 10 Jahren einem ständigen Wandel: Berufe wurden neu geordnet und werden jetzt in Lernfeldern unterrichtet, neue Berufe wie zuerst der Handelsfachpacker - jetzt Fachlagerist - und der Kaufmann für Lagerwirtschaft - jetzt Fachkraft für Lagerlogistik - kamen hinzu. Seit diesem Schuljahr gibt es ein Berufsvorbereitungsjahr verbunden mit einen Betriebspraktikum an zwei Tagen pro Woche.

 

Auch das Schulgebäude der Erich-Bracher-Schule hat sich in den letzten 10 Jahren verändert. So wurde das Gebäude, die von den US-Amerikanern vor rund 55 Jahren nach US-Standard gebaut wurde, den EU-Normen angepasst. Es verging fast kein Jahr, in dem im Sommer nicht die Handwerker anrückten, sei es um einen überdachten Pausenplatz und einen Parkplatz anzulegen oder das Gebäude mit einem Vollwärmeschutz zu versehen. Im Gebäude steht den Schülerinnen und Schülern ein Internetzugang zur Verfügung. Unterrichtsräume wurden vernetzt und mit Computern und Beamern ausgestattet.

 

Last but not least wurde die 45-Minuten-Unterrichtseinheit auf 90 Minuten geändert und die Klassenzimmer durch Stammräume der Lehrerinnen und Lehrer ersetzt.

 

Die Erich-Bracher-Schule hat sich also äußerlich und im Inneren in den letzten 10 Jahren verändert und ich bin sicher, dass die nächsten 10 Jahre genauso spannend werden.

 

Friedhelm Hartstang