Fachschule für Betriebswirtschaft
Die Fachschulen für Betriebswirtschaft entsprechen einerseits einem deutlich sichtbaren und ständig zunehmenden Bedarf der Wirtschaft an mittleren Führungskräften, andererseits dem Verlangen junger Kaufleute nach einer ihren Fähigkeiten entsprechenden Bildung als Voraussetzung besserer Existenzsicherung und beruflicher Aufstiegsmöglichkeiten.
1. Bildungsziel
Ziel der Fachschule für Betriebswirtschaft ist die an der Praxis orientierte Weiterbildung für qualifizierte kaufmännische Tätigkeiten in Wirtschaft und Verwaltung. Diese Weiterbildung baut auf einer kaufmännischen Berufsausbildung und einer praktischen Berufserfahrung auf und soll die Allgemeinbildung vertiefen, das kaufmännische Grundwissen erweitern und ein an betrieblichen Funktionen oder Wirtschaftszweigen orientiertes gehobenes Fachwissen vermitteln.
2. Fortbildungsgang
Die Fortbildung, die an der Fachschule für Betriebswirtschaft dem zweiten Bildungsweg zuzuordnen ist, umfasst in Vollzeitform zwei Jahre, und ist in eine Grundstufe und in eine Fachstufe gegliedert.
In Teilzeitform wird die Grund- und Fachstufe jeweils zwei Jahre unterrichtet. Der Unterricht in der Grundstufe beginnt jeweils am 01. Oktober und dient hauptsächlich der Vertiefung und Erweiterung des kaufmännischen Grundwissens. Im ersten Halbjahr bzw. Jahr sind alle Fachschüler zur Probe aufgenommen.
In der Fachstufe besteht die Ausbildung aus einem Pflichtbereich und einem funktionsbezogenen Wahlbereich mit einem Zentralfach und zwei Ergänzungsfächern, die je nach Teilnehmerzahl angeboten werden.
3. Fächerangebot
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Teilzeit
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wöchentlich 14 Stunden im ersten, 16 Stunden im zweiten, 15 Stunden im dritten und 14 Stunden im vierten Schuljahr in den Fächern Deutsch, Englisch, Volkswirtschaftslehre und Politik, Wirtschaftsmathematik, Rechnungswesen, Betriebswirtschaftslehre, Recht, Datenverarbeitung, Statistik |
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Vollzeit |
wöchentlich 30 Stunden im ersten und 29 Stunden im zweiten Schuljahr |
4. Aufnahmebedingungen
Voraussetzungen für die Aufnahme in eine Fachschule für Betriebswirtschaft sind
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1
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die Fachschulreife oder der Realschulabschluss oder das Versetzungszeugnis in die Klasse 11 eines Gymnasiums oder der Nachweis eines gleichwertigen Bildungsstandes und |
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2
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das Abschlusszeugnis der Berufsschule oder der Nachweis eines gleichwertigen Bildungsstandes und |
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3 a
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die Abschlussprüfung in einem kaufmännischen Ausbildungsberuf mit einer Regelausbildungsdauer von drei Jahren und eine anschließende einschlägige Berufstätigkeit von mindestens zwei Jahren und |
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3 b
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die Abschlussprüfung in einem für die gewählte Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf mit einer Regelausbildungsdauer von zwei Jahren und eine anschließende einschlägige Berufstätigkeit von mindestens vier Jahren, wenn der Schulleiter in einem fachlich orientierten Gespräch unter besonderer Berücksichtigung des bisherigen schulischen und beruflichen Werdeganges feststellt, dass der Bewerber den Anforderungen der Fachschule genügt oder |
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3c
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eine kaufmännische berufliche Tätigkeit von mindestens sieben Jahren in Verbindung mit einer Abschlussprüfung nach § 40 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes und |
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4
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bei ausländischen Bewerbern für den Besuch der Fachschule ausreichende deutsche Sprachkenntnisse |
Absolventen des kaufmännischen Berufskollegs 2 (staatlich geprüfte Wirtschaftsassistenten) erfüllen die Aufnahmevoraussetzungen mit dem Nachweis einer auf die Abschlussprüfung folgenden kaufmännischen Berufstätigkeit von mindestens drei Jahren.
Qualifizierte Bewerber mit Hauptschulabschluss vor dem 01.08.83 können gegebenenfalls auch aufgenommen werden, wenn eine Überprüfung gewährleistet, dass sie den Bildungsgang erfolgreich durchlaufen können.
Dringend empfohlen wird allen Bewerbern, deren Schulabschluss länger zurückliegt bzw. die ihre Englisch-Kenntnisse nicht weiter nutzen konnten, der Besuch eines Englisch-Kurses vor Unterrichtsbeginn.
5. Aufnahmeverfahren
Bitte stellen Sie Ihren Aufnahmeantrag auf dem bei der Schule anzufordernden Vordruck und fügen Sie die dort verlangten Unterlagen in der vorgegebenen Reihenfolge bei. Insbesondere wichtig ist ein lückenloser, mit genauen Zeitangaben versehener tabellarischer Lebenslauf, ebenso Nachweise über die kaufmännische Berufstätigkeit nach Abschluss der Ausbildung; diese sind durch ein Zeugnis oder eine Arbeitsbescheinigung der/des Arbeitgeber/s zu erbringen. Alle Nachweise sind in Form von beglaubigten Kopien einzureichen.
Anmeldeschluss ist der 01. März für den Schulbeginn am 01. Oktober desselben Jahres.
Haben sich bis zum Anmeldetermin mehr Bewerber gemeldet, als die Schule aufnehmen kann, so wird über die Aufnahme nach Eignung und Leistung (Fachgespräch mit dem Schulleiter) entschieden.
6. Abschlussprüfung
Das Ausbildungsziel der Fachschule für Betriebswirtschaft wird mit einer Abschlussprüfung erreicht, mit deren Bestehen die Bezeichnung "Staatlich geprüfter Betriebswirt" bzw. "Staatlich geprüfte Betriebswirtin" erworben wird. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
7. Fachhochschulreife (nur bei Vollzeitform)
Durch Belegung eines Zusatzunterrichts in Mathematik und Physik und durch das Ablegen einer Zusatzprüfung in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik kann die Fachhochschulreife erworben werden. Auch diese Prüfung erstreckt sich auf einen schriftlichen und mündlichen Teil.
8. Ausbildungskosten
Im Landkreis Ludwigsburg betragen die Lehrgangsgebühren zur Zeit 310,00 EUR je Halbjahr / Jahr. Hinzu kommen 50,00 EUR Materialgeld (praktische Übungen und Unterrichtsmaterialien). Änderungen dieser Beträge sind möglich. Mit der Bewerbung verpflichten sich die Interessenten zur Zahlung dieser Beträge jeweils zum 01.10. und 01.03. des Jahres.
Für Lernmittel ist je Stufe ein Betrag von ca. 300,00 EUR aufzuwenden.
9. Förderungsmöglichkeiten
Für den Besuch der Fachschule für Betriebswirtschaft werden gegebenenfalls BAFÖG-Leistungen gewährt.